Aktivitäten 2013

Veranstaltungen (Programmerstellung durch SR Dr. Helmut Kretschmer): Es fanden acht Vorträge, zwei Ausstellungspräsentationen und eine Führung statt, die gut bis sehr gut besucht waren. Darüber hinaus wurden wieder gemeinsam mit dem Wiener Stadt- und Landesarchiv den Vereinsmitgliedern drei Vorträge über die Benützungsmöglichkeiten des Archivs angeboten. Insgesamt waren somit 14 Veranstaltungen im Jahr 2013 zu verzeichnen.

Publikationen: Die drei etablierten Publikationsreihen des Vereins wurden fortgeführt. In den 2013 erschienenen vier Heften (insgesamt 374 Seiten) und vier Beiheften (insgesamt 194 Seiten) der Wiener Geschichtsblätter findet ist sich wieder eine breite Themenpalette, wobei neben den beiden musik-, den drei theater-, den beiden kunst- und dem architekturgeschichtlichen sowie den beiden germanistischen Beiträgen, unter anderem der Beitrag unseres Rechnungsprüfers Alfred Paleczny „Aspekte der Wiener Sparkultur“ herausgegriffen werden soll, in dem er Bemerkungen zum 60. Weltspartag in der 2. Republik machte. Der ehemalige Direktor des Wiener Stadt- und Landesarchiv und langjähriges Vorstandsmitglied Ferdinand Opll warf in seinem Beitrag „Karten als Quellen topographischer Erkenntnis“ einen Blick auf den Liesinger Raum im Süden Wiens zur Zeit Maria Theresias, während sich im gleichen Heft Christian Hlavac anlässlich des 150-jährigen Bestehens des Wiener Stadtparks mit dessen Nutzungsgeschichte beschäftigte. Ebenso mit Gewinn zu lesen ist der Beitrag über ein wenig bekanntes Gewerbe in Wien, nämlich die Geschichte der Dampffähren über den Wiener Donaukanal. Dem ersten kommunistischen Bezirksbürgermeister von Favoriten im Jahr 1945 „Klemens Friemel (1881–1961)“ widmete Manfred Mugrauer in Heft 1/2013 einen Beitrag. Hansdieter Körbl zeichnete dagegen die Lebenswege einiger Mitglieder der Familie Bartholotti nach, die als Kaufleute, Beamte und Adelige im frühneuzeitlichen Wien Karriere machten. Über Wien hinausgehend beschäftigte sich Thomas Winkelbauer mit „Postwesen und Staatsbildung in der Habsburger Monarchie im 17. und 18. Jahrhundert“. Zwei Beihefte entstanden wiederum als Begleitheft zu den Kleinausstellungen des Wiener Stadt- und Landesarchivs zu den Themen „Mozartgemeinde“ und „Wiener Gemeinderat“, ein Beiheft entstand aus der bewährten Zusammenarbeit mit den Wiener Bezirksmuseen, wobei diesmal das Bezirksmuseum Liesing vorgestellt wurde. Im Beiheft 4/2013 werden auf 96 Seiten von Ferdinand Opll und Martin Stürzlinger „Wiener Ansichten und Pläne von den Anfängen bis 1609“ behandelt.

Am ausstehenden Doppelband 2011/2012 der Studien zur Wiener Geschichte. Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien wird noch gearbeitet.

In der Monographienreihe Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte wurden 2013 zwei Bände vorgelegt. Pierre Pfütsch beschäftigte sich in seiner knapp gehaltenen Monographie „Aderlass, Purgation und Maulbeersaft“ mit Gesundheit und Krankheit bei Ernst Adalbert von Harrach (1598–1667). Umso umfänglicher dagegen ist der Band von Irene Kubista-Scharl und Michael Pölzl, der den „Karrieren des Wiener Hofpersonals 1711–1765“ anhand der Hofkalender und Hofparteienprotokolle nachgeht.

Unter der Leitung beziehungsweise Herausgeberschaft unseres Vorstandsmitglieds Univ.-Doz. Dr. Andreas Weigl sowie dem stellvertretenden Leiter der Wienbibliothek im Rathaus, Dr. Alfred Pfoser, wurde unter dem Titel „Im Epizentrum des Zusammenbruchs“ mit 59 Beiträgen und einem Chronikteil ein ebenso gewichtiger wie interessanter Sammelband zu „Wien im Ersten Weltkrieg“ vorgelegt. Der Band entstand in Kooperation mit dem Wiener Stadt- und Landesarchiv und der Wienbibliothek im Rathaus. Vereinsmitglieder erhalten jeweils ein Exemplar im Sekretariat des Wiener Stadt- und Landesarchivs gratis.

Unter der Projektleitung von Univ.-Doz. Dr. Siegfried Mattl und in Kooperation mit dem Wiener Stadt- und Landesarchiv sowie mit besonderer Unterstützung durch das Wissenschaftsreferat der Stadt Wien wurde der erste Teil des zukunftsweisenden Projekts Sicherung und Aufarbeitung des Filmarchivbestandes media wien abgeschlossen. Dieses Filmarchiv enthält Filmaufnahmen der Jahre 1908 bis 1979 (1952–1968 führte die Stadt Wien eine Filmoffensive mit Auftragsfilmen durch) und war erst im Jänner 2011 durch das Wiener Stadt- und Landesarchiv übernommen worden. Das bereits 2011 begonnene Projekt bezweckt die Bewertung und Sicherung dieses Filmbestandes nach kultur- und archivwissenschaftlichen Kriterien und die wissenschaftlich möglichst exakte Erschließung im Sinne der Stadt- und Kulturgeschichte. Diese Bewertung und Erschließung soll zugleich die Grundlagen für die Prioritätensetzung bei der Sicherung und für eine sukzessive Zugänglichmachung der Filme für die Öffentlichkeit durch Digitalisierung in entsprechender Qualität erarbeiten. Die Abstimmung der filmischen Erschließungskategorien auf Grundlage der Konventionen der DCMI (Dublin Core Metadata Initiative) mit den Standards des Wiener Archivinformationssystems WAIS bildet die Voraussetzung dafür, dass die wesentlichen Teile dieser Detailerschließung auch in das Archivinformationssystem übernommen werden können. Das Projekt ist in seiner ersten Phase im Juli 2013 abgeschlossen worden, wurde aber ab August 2013 mit einem Nachfolgeprojekt fortgesetzt.

Darüber hinaus ist auch wieder ein Heft der vom Österreichischen Arbeitskreis für Stadtgeschichtsforschung und unserem Verein in Zusammenarbeit mit dem Wiener Stadt- und Landesarchiv als „Neue Folge“ herausgebrachten Zeitschrift Pro Civitate Austriae. Informationen zur Stadtgeschichtsforschung in Österreich erschienen, dieses Mal mit dem Themenschwerpunkt „Historiker/innentag“.

 

Website und Corporate Design: Das 2011 realisierte Arbeitsprojekt – die Website des Vereins – hat sich mittlerweile etabliert und wird sehr gut angenommen. Auf ihr finden sich immer die aktuellen sowie Berichte und Fotos der vergangenen Veranstaltungen. Auf Veranstaltungen wird zudem durch Emails beziehungsweise einen Newsletter aufmerksam gemacht. Falls Interesse daran besteht, ersucht der Verein um Bekanntgabe der Emailadressen.

Das im letzten Jahr angekündigte Corporate Design des Vereins wurde 2013 umgesetzt. Sowohl die 2013 erschienenen Bände der „Forschungen und Beiträge“ als auch die „Wiener Geschichtsblätter“ erschienen bereits im neuen Design. Im Jahr 2014 werden noch „Nachjustierungen“ durchgeführt.