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Vergangene Veranstaltungen

Mühelos empor. Zur Geschichte des Aufzugs in Wien (Buchpräsentation mit zahlreichen Bildern und Hörbeispielen)

In seiner lebhaften Art erzählte Dr. Peter Payer vom Technischen Museum Wien am 29. November unter dem Titel „Mühelos empor“ viele interessante Fakten „Zur Geschichte des Aufzugs in Wien“. Der Vortrag thematisierte diesen lange Zeit vernachlässigten Aspekt  der Wiener Stadtgeschichte. Im Zentrum standen die Personenaufzüge (inklusive Paternoster und Rolltreppen) und ihre Durchsetzung in den Jahrzehnten von 1870 bis heute sowie die Geschwindigkeit und räumlichen Differenzierung, mit der sie sich im Stadtgebiet verbreiteten. Payer ging darauf ein, wie sie von der Bevölkerung bewertet wurden, wie sich Architektur, Technik und Design  und die mentalen, sozialen und alltagskulturellen Folgen sich entwickelten.

Aufzug in Wien-Landstraße, Baujahr 1906 (Foto: Christian Tauss)

Derzeit gibt es in Wien rund 44.000 Aufzüge und jedes Jahr werden 1.000 neue Anlagen errichtet. Der Aufzug ist heute eines der meistbenützten und gleichzeitig sichersten Verkehrsmittel der Stadt. Sein Gebrauch gehört längst zur urbanen Alltagspraxis. Architektonisch wie wahrnehmungspsychologisch stellen Aufzug und mehrgeschossiges Gebäude eine untrennbare Einheit dar. Die vertikale Expansion der Stadt ist ohne Aufzug nicht denkbar – Hochhaus und Aufzug entwickelten sich zum Symbol des Städtischen schlechthin. Die zahlreiche Bild- und Tonbeispiele, die die wechselvolle Geschichte unserer vertikalen Mobilität illustrierten und die zahlreichen Fragen und Ergänzungen aus dem Zuhörerkreis ließen die 90 Minuten wie im Flug vergehen.

Dr. Peter Payer präsentiert die Geschichte des Aufzugs in Wien

 

Zur Person

MMag. Dr. Peter Payer ist Historiker, Stadtforscher und Publizist. Er führt ein Büro für Stadtgeschichte und ist Kurator im Technischen Museum Wien. Forschungsschwerpunkt: Stadt-, Alltags- und Sinnesgeschichte. Autor für zahlreiche Fachmedien und Zeitungen, aktuelle Publikationen: „Auf und Ab. Eine Kulturgeschichte des Aufzugs in Wien“, „Der Klang der Großstadt. Eine Geschichte des Hörens, Wien 1850-1914″.


Wien und die Gründung der Republik 1918

Am 8. November 2018 beschäftigte sich der Generalsekretär des Vereins für Geschichte der Stadt Wien, Univ.-Doz. MMag. Dr. Andreas Weigl, mit Wien und der Gründung der Republik 1918.

Anwerbungen für die neue Volkswehr, 1918 (ÖNB, Bildarchiv: S64683)

Der 12. November 1918 ist im kollektiven Gedächtnis der Österreicherinnen und Österreicher wenig verankert. Das mag daran liegen, dass sich auch die Euphorie der Zeitgenossen in Grenzen hielt und der Gründungstag der Republik blutig endete. Die Freude um die Republikgründung war ohnehin nicht ungeteilt. Ihren Ruf belastete bis heute unzweifelhaft auch das letztliche Scheitern dieser 1. Republik. Dabei wird vielfach übersehen, dass besonders in den Anfangstagen und -monaten der Republik auf politischer Ebene große Leistungen erbracht wurden. Der Vortrag ließ die dramatischen Ereignisse der Monate Oktober und November in Wien Revue passieren. Geschildert wurde die katastrophale Versorgungssituation, die Wirkung der „Spanischen Grippe“, die fragile politische und militärische Situation. Im Besonderen wurde auf jene Ereignisse näher eingegangen, die zur Ausrufung der Republik und zur Umsetzung erster sozialpolitischer Reformen führten. Wie der Historiker Ernst Hanisch treffend formuliert hatte: „Die Bevölkerung hungerte 1918/19, aber sie verhungerte nicht, sie fror, aber sie erfror nicht, sie schlitterte in ein soziales Chaos, aber die österreichische Revolution zähmte linksradikale Putschversuche, stabilisierte die Republik als liberale Demokratie. Das war die große Leistung der damaligen Regierung“. Die Hintergründe dieser „österreichischen Revolution“ wurden hier beleuchtet.


Führung durch die Ausstellung „Mit Haut und Haar. Frisieren, Rasieren, Verschönern“

Mag.a Susanne Breuss (Wien Museum) führte am 16. Oktober 2018 im Wien Museum eine Gruppe von Vereinsmitgliedern durch die von ihr kuratierte Ausstellung „Mit Haut und Haar. Frisieren, Rasieren, Verschönern“. Die Gestaltung des Körpers zählt zu den wichtigsten und ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Denn der Körper ist nicht einfach etwas von der Natur Vorgegebenes, sondern immer auch kulturell geformt und daher historisch wandelbar. Die Ausstellung beschäftigt sich mit Praktiken und Bedeutungen moderner Körperpflege und Körpergestaltung seit dem 18. Jahrhundert, der Fokus liegt dabei auf Rasieren, Frisieren und Kosmetik, stets im Hinblick auf die spezifische Situation in Wien.

Mag. Susanne Breuss beschreibt die Entwicklung der Berufe Barbier, Friseur, Kosmetiker und Perückenmacher

Susanne Breuss erläuterte den Teilnehmenden, dass der Wunsch nach der Gestaltung des eigenen Körpers im Lauf der Geschichte unterschiedlichste Techniken, Produkte und vor allem auch spezielle Berufe hervorgebracht hat, so etwa Barbiere, Friseure, Kosmetiker und Perückenmacher. Schönheit war also schon immer das Ergebnis von Arbeit. Wie man seinen Körper „herrichtet“, orientiert sich seit jeher an Normen, Konventionen und nicht zuletzt an Vorbildern. Ein prominentes Beispiel dafür ist Kaiserin Elisabeth, deren obsessiver Haar- und Schönheitskult zum Markenzeichen wurde. Schließlich geht es in der Ausstellung auch um die Symbolik bestimmter Moden und Stile, wie zum Beispiel den Bubikopf bei Frauen oder lange Haare bei Männern.


Führung durch die Ausstellung „Haus der Könige“ im Palais Coburg inklusive Besichtigung der Prunkräume und der Kasematten

Führung im Palais Coburg durch den Kurator Mag. Fuhrmann. Foto: Christoph Sonnlechner

Anlässlich des fünfzehnjährigen Bestandes des Hotels „Palais Coburg“ wurden im Erdgeschoß und ersten Untergeschoß des Palais eine Ausstellung zum Haus und den für seine Erbauung wichtigen Familien Sachsen-Coburg und Koháry gestaltet. Der Autor des Begleitbandes und Kurator der Ausstellung, Mag. Günter Fuhrmann, führte am 14. September 2018 persönlich durch die Ausstellung. Er zeichnete ein detailreiches Bild jener Menschen, die in Bezug auf das Palais von Bedeutung waren. Die wechselvollen Schicksale von Gebäude und Familien sind in der Ausstellung dokumentiert. Mag. Fuhrmann erzählte sie überaus kenntnisreich und erweckte viele in Vergessenheit geratene Persönlichkeiten des Wiener Gesellschaftslebens mit amüsanten Geschichten wieder zum Leben. Der Bogen wurde vom 17. bis ins 20. Jahrhundert gespannt. Geografisch reichte der Radius der Agierenden von Wien über Paris und Lissabon bis Sofia und Brasilien.

Die Hohe Kasematte im Palais Coburg. Foto: Christoph Sonnlechner

Umrahmt wurde die Führung durch die Ausstellung von der Besichtigung der Kasematten des 16. Jahrhunderts, die nur im Gebäudeverbund des Palais in Wien noch erhalten sind.

Blick in die Prunkräume des Palais Coburg. Foto: Christoph Sonnlechner

Sowohl die sogenannte „Lange Kasematte“ als auch die „Hohe Kasematte“ konnten durch das freundliche Entgegenkommen von Mag. Anita Resch von der Palais Coburg Residenz GmbH besichtigt werden.

Neben einem Blick in den überaus wertvollen Weinkeller konnte auch ein Teil der Prunkräume in Augenschein genommen werden. (Text: Christoph Sonnlechner)

 


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