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Vergangene Veranstaltungen

„Hitlers zweiter Putsch“ (Buchpräsentation)

Der Autor Dr. Kurt Bauer

Der Autor Dr. Kurt Bauer

Dr. Kurt Bauer, freier Mitarbeiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts und Lektor am Institut für Zeitgeschichte der Uni Wien, stellte am 16.April 2015 im wieder gut besuchten Vortragssaal des Wiener Stadt- und Landesarchivs sein Buch „Hitlers zweiter Putsch. Dollfuss, die Nazis und der 25. Juli 1934“ vor. Entgegen der bisherigen Meinung, dass die Ereignisse des 25.Juli 1934 von den Wiener Nazis geplant wurden und Hitler nur am Rande informiert war, präsentierte Bauer hier eine andere These. Danach wurde der Putsch auf Befehl Hitlers durchgeführt und auch die Fortsetzung des SA-Aufstands in einigen Bundesländern nach dem – unbeabsichtigten – Tod von Dollfuss soll auf ihn zurückzuführen sein. Unmittelbarer Anlass dürfte das erste persönliche Gespräch von Hitler mit Mussolini im Juni 1934 in Venedig gewesen sein, das ohne Dolmetscher und sonstige Zeugen auf deutsch geführt und von Hitler bezüglich der Reaktion Italiens falsch interpretiert wurde.

Bauer hat für dieses Buch eine umfangreiche Quellenanalyse durchgeführt und dabei versucht, die großteils sehr subjektiven, manipulierten und sogar erlogenen Aussagen zu relativieren. Schließlich hat er auch neue Quellen wie das erst seit wenigen Jahren zugängliche Tagebuch von Goebbels herangezogen. Er berichtete, dass in Deutschland viele Quellen verlorengegangen sind, weil Hitler nach dem Putsch eine systematische Vernichtung aller damit im Zusammenhang stehenden Dokumente angeordnet hat.

Unser Vizepräsident SR Dr. Kretschmer begrüßt den Vortragenden und die Zuhörer.

Unser Vizepräsident SR Dr. Kretschmer begrüßt den Vortragenden und die Zuhörer.


Die Versorgung Wiens 1829-1913 (Buchpräsentation)

Msgr. Dr. Werner Reiss, Rektor der St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle am Währinger Gürtel, begrüßt die zahlreichen Besucher.

Msgr. Dr. Werner Reiss, Rektor der St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle am Währinger Gürtel, begrüßt die zahlreichen Besucher.

Der Verein für Geschichte der Stadt Wien hat die Bände seiner Schriftenreihe „Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte“ zwar schon öfter in der Nähe des „Tatortes des Geschehens“, aber wahrscheinlich noch nie in einem so originellen Rahmen dargestellt wie am 6. März 2015. Das AutorInnen-Team um Friedrich Hauer präsentierte den Band 59 dieser Reihe „Die Versorgung Wiens 1829–1913 – Neue Forschungsergebnisse auf Grundlage der Wiener Verzehrungssteuer“ nämlich in der St.-Johannes-Nepomuk-Kapelle am Währinger Gürtel, die bis auf den letzten Platz gefüllt war. Dieser Ort wurde gewählt, weil die Kapelle von Otto Wagner als Nachfolgebau einer Kapelle neben der Währinger Linie errichtet wurde, wie Gastgeber Monsignore Dr. Werner Reiss in seiner Begrüßung berichtete. Die Währinger Linie war ein Teil des Linienwalls, an dem bis zur Stadterweiterung 1891 die Verzehrungssteuer eingehoben wurde, die im Mittelpunkt des vorgestellten Buches steht.

Dipl.-Ing. Mag. Friedrich Hauer, Herausgeber des Bandes.

Dipl.-Ing. Mag. Friedrich Hauer, Herausgeber des Bandes.

Friedrich Hauer erläuterte nach einer Einleitung durch den Präsidenten des Vereins, Dr. Karl Fischer, dass die Verzehrungssteuerdaten trotz einiger Lücken einen konsistenten Datensatz über den städtischen Verbrauch Wiens an Lebens- und Futtermittel, Baumaterialien und Brennstoffen darstellen, die zu weit über 90 Prozent in die Residenzstadt eingeführt wurden. Es folgten drei Referate der AutorInnen Till Uschmann, Jonas Albrecht und Sylvia Gierlinger über den Fleisch- und Alkoholika-Konsum der Wiener sowie über die landwirtschaftliche Produktion im Wiener Stadtgebiet. Schließlich fasste Dr. Andreas Weigl den Einfluss geänderter Ernährungsgewohnheiten auf den „biologischen“ Wohlstand der Wiener Bevölkerung im 19. und 20. Jahrhundert zusammen. Fleisch, insbesondere Rindfleisch, galt immer als Wohlstandsindikator und wurde bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts in größeren Mengen gegessen als in vergleichbaren europäischen Städten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts galt dies aber nur mehr für die Ober- und Mittelschicht, weniger für die zugewanderten Arbeitermassen, die an einem spürbaren Ernährungsdefizit litten. Hingegen wurde in Wien in allen Schichten bis 1913 sehr viel Bier konsumiert, und zwar um eine Vielfaches mehr als 1830, während der Weinkonsum in diesem Zeitraum stagnierte.

Die lange Diskussion am Ende der Veranstaltung zeigte deutlich, dass diese erstmalige Analyse der Verzehrungssteuerdaten viele quantifizierbare Aussagen über den Konsum in Wien zwischen 1830 und dem Ersten Weltkrieg erlaubt und eine Fundgrube für weitere Studien darstellt.

Vier der sieben AutorInnen: Till Uschmann, Jonas Albrecht, Sylvia Gierlinger und Andreas Weigl (von links).

Vier der sieben AutorInnen: Till Uschmann, Jonas Albrecht, Sylvia Gierlinger und Andreas Weigl (von links).


Wien Geschichte Wiki. Das historische Mitmachportal der Stadt Wien. Vorstellung und Einführung ins praktische Arbeiten.

wikiAm 22. Jänner 2015 stellte unser stellv. Generalsekretär Dr. Christoph Sonnlechner (Wiener Stadt- und Landesarchiv) das Wien Geschichte Wiki einem sehr zahlreich erschienen Publikum im großen Vortragssaal des Wiener Stadt- und Landesarchivs vor. Als Koordinator der Wikis von Seiten des Archivs war Dr. Sonnlechner von den ersten Überlegungen zu dem heutigen Wiki dabei und skizzierte im ersten Teil der Veranstaltung die kurze Geschichte des Wien Geschichte Wikis. Am Beginn stand die Überlegung, das „Historische Lexikon Wien“ von Felix Czeike ins digitale Zeitalter zu bringen und weiter zu führen. Nachdem die Rechte vom Verlag Kremayr und Scheriau für die Stadt erworben worden waren, konnte mit der Digitalisierung und OCR-Lesung begonnen werden. Im Sommer 2013 wurden die digitalen Artikel mit Hilfe von Studentinnen und Studenten in Wiki-Artikel umgearbeitet, alle Abkürzungen aufgelöst und die Literaturzitate normiert. Das Wiki konnte auf der Basis der ca. 27.500 Artikel des Lexikons starten und war damit von Beginn an das größte Stadt(geschichte)wiki der Welt. Mittlerweile zählt das Wiki knapp 34.000 Einträge und etwa 1.550 Abbildungen. Vom Online-Gehen Mitte September 2014 bis Mitte Jänner 2015 gab es über 2,2 Millionen Zugriffe.

Dr. Sonnlechner erläuterte, dass es sich bei dem Wiki-Projekt um eine Kooperation des Wiener Stadt- und Landesarchivs  mit der Wienbibliothek im Rathaus handelt und bereits einige Kooperationspartner aus dem Magistrat wie auch von außerhalb für die systematische Mitarbeit gewonnen werden konnten. Angestrebt wird die Zusammenführung von historischem Wissen über die Stadt Wien aus der Verwaltung der Stadt mit Expertenwissen von außerhalb – von Institutionen ebenso wie von Einzelpersonen. Wien Geschichte Wiki bietet schon jetzt einzigartig verdichtetes Wissen zur Stadtgeschichte. Dieses Wissen kann aber von allen Interessentinnen und Interessenten erweitert und ergänzt werden.

Wien Geschichte Wiki ist eine Mitmachplattform. Die passive Nutzung kann ohne Anmeldung erfolgen, die aktive Nutzung erfordert eine einmalige Registrierung bei wien.at. Dr. Sonnlechner war es wichtig zu betonen, dass alle Interessierten es einfach einmal ausprobieren sollten, es könne nichts kaputt gemacht werden. Alles ist revidierbar. Bevor allerdings neue Artikel angelegt werden oder bereits bestehende überarbeitet werden, ist die Lektüre des „Leitfadens“ im Menü links angeraten. Auch die Zitierregeln sollen vor dem Hinzufügen eines Literaturzitates beachtet werden.

Zum Abschluss der Veranstaltung sprach die Direktorin des Wiener Stadt- und Landesarchivs Frau Dr. Brigitte Rigele unserem langjährigen Vereinsmitglied Herrn Dkfm. Wolfgang Wirsig den Dank dafür aus, dass er seine „Hofnamensammlung“ ins Wiki gebracht hat (etwa 1.000 Einträge, Wolfgang Wirsig: Wiener Hofnamen) und überreichte ihm als Anerkennung einen Abguss des ältesten Stadtsiegels der Stadt Wien.


„Trägt die Sprache schon Gesang in sich… Richard Strauss und die Oper“.

Dr. Christiane Mühlegger-Henhapel (links) führte durch die Ausstellung.

Dr. Christiane Mühlegger-Henhapel (links) führte durch die Ausstellung.

Die Musikwelt feierte 2014 den 150. Geburtstag des Komponisten Richard Strauss. Aus diesem Anlass zeigt das Österreichische Theatermuseum eine Ausstellung unter dem Titel „Trägt die Sprache schon Gesang in sich… Richard Strauss und die Oper“. Am 15. Jänner 2015 führte Frau Dr. Christiane Mühlegger-Henhapel 25 Mitglieder des Vereins durch die von ihr gestaltete Ausstellung. Die Ausstellungskuratorin konnte dabei zeigen, warum der schon zu Lebzeiten äußerst erfolgreiche Richard Strauss auch 65 Jahre nach seinem Tod seine herausragende Stellung unbestritten erhalten hat. Obwohl er seinen Lebensmittelpunkt im bayerischen Garmisch hatte, unterhielt er zahlreiche Verbindungen nach Wien. Vor allem die engen Kontakte zu dem Dichter und Librettisten Hugo von Hofmannsthal, dem Bühnenbildner Alfred Roller und seinem letzten Librettisten Joseph Gregor verbanden ihn mit der Stadt Wien. Zudem war Strauss zwischen 1919 und 1924 – gemeinsam mit Franz Schalk – Direktor der Wiener Staatsoper.

In dieser Ausstellung werden zum Teil erstmalig die reichen Strauss-Bestände aus den hauseigenen Sammlungen gezeigt. Das Theatermuseum verdankt seinen reichen Bestand an Strauss-Dokumenten herausragenden Persönlichkeiten der Wiener Moderne, wie etwa Hugo von Hofmannsthal, Hermann Bahr oder Alfred Roller. Mit insgesamt 525 Korrespondenzstücken, Musik- und Werkautographen besitzt das Museum eine auf den ersten Blick erstaunlich umfangreiche Sammlung. Vor allem Autographen von Hermann Bahr und seiner Frau, der Sängerin Anna Bahr-Mildenburg, von Joseph Gregor und nicht zuletzt Alfred Roller repräsentieren anschaulich die unterschiedlichsten Perioden in Leben und Schaffen des bedeutenden Komponisten.Strauss2k

Die Ausstellung ist noch bis Anfang Februar täglich außer Dienstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

 

 


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