VGW Projekte

Vergangene Veranstaltungen

Führung durch die Ausstellung „Zukunft der Stadt“

MMag. Dr. Peter Payer, Kurator des Technischen Museums und Mitglied des Vorstandes des Vereins für Geschichte der Stadt Wien, führte am 15. November 2017 eine Gruppe von Vereinsmitgliedern in einem neu eingerichteten Teil des Technischen Museums durch die Ausstellung „Zukunft der Stadt“. Diese Ausstellung geht auf die vielfältigen Herausforderungen an die Stadtverwaltungen ein, weil bald die Hälfte und 2050 wahrscheinlich bereits zwei Drittel der Menschheit in Städten wohnen werden. Dr. Payer beschäftigte sich bei seiner lebhaften Führung mit den Fragen, wie die Menschen auf einem immer enger werdenden Raum in der Stadt leben und wohnen, wie sie sich dort fortbewegen, mit der Energie umgehen und wie die Stadtplanungen auf diese Problemfelder eingehen werden. In den vier Bereichen Innovation, Mobilität, Energie und Leben zeigte er, wie man die Bedürfnisse der Menschen u.a. bezüglich Zeitplanung, Lärmentwicklung, Verkehrs- und Freizeitgestaltung in der Stadtforschung der nächsten Jahrzehnte aufeinander abstimmen sollte und könnte. Die zahlreichen Fragen und Diskussionsbeiträge an Dr. Payer, der sich vornehmlich anhand vieler Beispiele mit der Situation in Wien beschäftigte, bewiesen, dass die Vereinsmitglieder durchaus nicht nur an der Vergangenheit, sondern auch an der Zukunft ihrer Heimatstadt Interesse zeigen.  Eine empfehlenswerte Ausstellung, die bis zum Frühjahr 2018 besucht werden kann.


Militärhistorischen Schmankerln aus Wiens (ehemaligen) Vorstädten

Bgdr Urrisk bei seinem lebhaften Vortrag.

Eine sehr unterhaltsame Stunde erlebten die zahlreichen Mitglieder des Vereins, die am 12. Oktober 2017 zum Vortrag von Brigadier i.R. Prof. Mag. Rolf M. Urrisk-Obertynski über „Militärhistorische Schmankerln aus Wiens (ehemaligen) Vorstädten“ gekommen waren. Er stellte dabei auch seine inzwischen sechs Bände umfassende Buchreihe „Wien – 2000 Jahre Garnisonsstadt“ vor, in der er nach seiner Pensionierung alles gesammelt hat, was sich in einer nach Bezirken geordneten historischen Materialiensammlung unter dem Begriff „Militär in Wien“ darstellen lässt. In seinem Vortrag ging er vor allem auf die 42 Kasernen ein, die seit 1720 in Wien gebaut wurden, weil die Habsburger damals begonnen hatten, der Forderung der Stände zu entsprechen, die „armen Untertanen“ von der bis dahin üblichen Unterbringung des Heeres in Privatquartieren zu verschonen. Mit zahlreichen damit verbundenen Anekdoten widmete er dem Arsenal und dem Heeresgeschichtlichen Museum dabei besonderes Augenmerk. Er zeigte viele Erinnerungen auch an verschwundene militärische Bauwerke, ebenso wie zahlreiche Erinnerungstafeln und Gräber hoher Militärs vor allem auf dem Sankt Marxer Friedhof sowie in den Innenbezirken und erzählte die Geschichte der „Hoch- und Deutschmeister-Kapelle“. Schließlich meinte er, dass man auch jener Personen gedenken müsse, die für die Betreuung der verletzten Soldaten zuständig waren, weswegen er sich um eine Gedenktafel für jene Klosterschwestern bemühen will, die in Lazaretten tätig waren.

Die bisher erschienenen Bände.


Führung durch das Wiener Looshaus

Dr. Reinhard Pühringer (Bildmitte).

 

Am 12.Juni 2017 wurde das Sommersemester 2017 mit einer Führung durch das Wiener Looshaus abgeschlossen. Dr. Reinhard Pühringer von der Raiffeisenbank Niederösterreich-Wien stellte seine Führung und seine Ausführungen unter das Thema: „Vom Skandal zum Baudenkmal“. Das zwischen 1909 und 1911 errichtete Haus am Michaelerplatz 2 ist das Hauptwerk von Adolf Loos und zugleich sein erster, bedeutendster und größter ausgeführter städtischer Bau. Das Haus ist durch eine Abkehr vom Historismus und dem sezessionistischen Dekor gekennzeichnet und wurde für den Herrenschneidersalon Goldman & Salatsch erbaut. Allerdings stand das Gebäude wegen des Konkurses der Herrenschneiderei-Firma nur bis 1926 dieser zur Verfügung, die Spuren dieser Zeit sind aber – wie Dr. Pühringer zeigte – heute noch deutlich sichtbar. Nach der Fertigstellung des „Looshauses“ löste die „Nacktheit“ der Fassaden bei den Wienern einen Schock aus, was zu behördlichen zeitweisen Bauunterbrechungen führte. Wegen des Fehlens der damals üblichen Fensterverdachungen nannte man den Bau auch „Haus ohne Augenbrauen“. Nach 1926 wechselten die Nutzer des Gebäudes mehrmals, bis es 1968 vom Raiffeisensektor erworben und bis 1989 einer umfassenden Renovierung unterzogen wurde, die man auch international würdigte.


Wien von oben. Die Stadt auf einen Blick.

Die beiden Kuratoren der Ausstellung, Sándor Bekesi undElke Doppler, vor dem Modell der inneren Stadt von Leopold Fischer, 1852/54. Rechts im Hintergrund der „Huber-Plan“ aus den 1770er Jahren.

Am 24. Mai 2017 führten Mag. Elke Doppler und Dr. Sándor Békesi vom WienMuseum durch die von ihnen kuratierte Ausstellung „Wien von oben. Die Stadt auf einen Blick“. Anders als die letzte groß angelegte Gesamtschau von kartographischen Wien-Darstellungen im Jahr 1995, die die wichtigsten Kategorien und Entwicklungsphasen der Wiener Stadtkartographie, auch entlang von stadthistorisch wichtigen Ereignissen, chronologisch vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart behandelte, bezieht die aktuelle Ausstellung kartographische und künstlerische Darstellungen der Stadt gleichwertig und nach funktionalen Aspekten ein und berücksichtigt ebenso alltagsnahe Verwendungen vom Kitsch über die Werbung bis zur Protestkarte. Ein weiteres Ziel ist es, die Diskussion über die Darstellbarkeit der Stadt, über die Vielfalt und Geschichte solcher Versuche anzuregen.

Die rund 150 Exponate sind in vier Hauptkapitel gegliedert: Vermessen und Darstellen; Repräsentieren und Idealisieren; Beherrschen und Ordnen; Emanzipieren und Experimentieren. Jeder dieser Abschnitte ist in weitere Themenbereiche unterteilt. Begleitend ist ein umfangreicher Katalog erschienen, in dem sämtliche Exponate abgebildet sind. Die empfehlenswerte Ausstellung kann noch bis 17. September besucht werden.


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