Festvortrag: „Zu st. stephan in die kirche“. Der Stephansdom als Begräbnisstätte nach den archäologischen Quellen
Keine Anmeldung notwendig. Gäste herzlich willkommen!
Mag.a Dr.in Karin Kühtreiber (Zentrum für Museale Sammlungswissenschaften, Universität für Weiterbildung Krems)
Moderation: Paul Mitchell, BA
27. März 2026, 19:00, Wappensaal des Wiener Rathauses
Im Anschluss an die Vollversammlung hielt Mag.a Dr.in Karin Kühtreiber vom Zentrum für Museale Sammlungswissenschaften der Universität für Weiterbildung Krems den Festvortrag mit dem Titel „Zu st. stephan in die kirche“. Der Stephansdom als Begräbnisstätte nach den archäologischen Quellen“. Paul Mitchell BA moderierte die überaus instruktiven und profunden Ausführungen der Vortragenden. Ausgangspunkt und Basis des Referats waren baubegleitende Ausgrabungen im Inneren des Stephansdoms, die in den Jahren 1996 und 2000/2001 vom Bundesdenkmalamt durchgeführt wurden. Die Grabungen gewährten neue Einblicke in die frühe Baugeschichte des Doms, brachte aber auch mehr als 500 Gräber zum Vorschein. Die ältesten Bestattungen reichen bis in römische Zeit zurück, wie Kühtreiber ausführte. Im Mittelalter setzte die Bestattungstätigkeit dann wieder im 9. Jahrhundert ein und ging dann, wie es scheint ununterbrochen, bis ins ausgehende 18. Jahrhundert weiter.

Im Jahr 2018 wurde ein Projekt zur Aufarbeitung des durch zahlreiche religiöse Beigaben und gut erhaltene textile Reste gekennzeichneten Bestattungshorizonts des 17./18. Jahrhunderts gestartet. Dr.in Kühtreiber setzte diese Funde in Bezug zur Begräbnissituation, wobei das Fundmaterial vom Schlüssel bis zum Pilgermedaillon reichte. Auch wurden die Objekte klassifiziert und Ihre Herkunft, z.B. aus Wallfahrtsorten wie Mariazell etc. ausgewertet, wodurch sich beispielsweise Einblicke in den Bewegungshorizont der Beerdigten wie auch Moden gewinnen ließen. Die aufschlussreichen Kleinfunde wurden im Kontext der Erkenntnisse der Grabungen für die Geschichte des Doms als Begräbnisstätte im Allgemeinen präsentiert. Karin Kühtreiber gelang es damit eine im Dom für Gewöhnlich unsichtbare Geschichte in einem sehr gut strukturierten und anschaulichen Vortrag ans Licht zu holen.

Veranstaltungsbild: Hintergrund: Rudolf von Alt, Stephansdom 1832 (bearbeitet), Wien Museum Inv.-Nr. 106499, CC BY 4.0. – Vordergrund: Bundesdenkmalamt, Fotos: Karin Kühtreiber
Fotos: Arno Sonnlechner
Zur Person
Mag.a Dr.in Karin Kühtreiber, Studium der Ur- und Frühgeschichte und Geschichte an der Universität Wien. Mitarbeiterin des Zentrums für Museale Sammlungswissenschaften der Universität für Weiterbildung Krems in Kooperation mit den Landessammlungen Niederösterreich im Aufgabenbereich Digitalisierung. Forschungsschwerpunkte: früh- und hochmittelalterliche Burgen- und Siedlungsarchäologie, Fragen der mittelalterlichen Keramikentwicklung, mittelalterliches/neuzeitliches Bestattungswesens, frühneuzeitliche religiöse Medaillen.
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