Vortrag: Leopold VI. – Handel und Verkehr – Veränderungen um 1200
Vortragender: Ao. Univ.-Prof. Dr. Klaus Lohrmann (Institut für Österreichische Geschichtsforschung)
Moderation: Dr. Christoph Sonnlechner
22. Oktober 2026, 17:00, Vortragssaal des Wiener Stadt- und Landesarchivs, Gasometer D, 11., Guglgasse 14 (4. Archivgeschoß; Zugang über Gasometer A und die Mall)
Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts entwickelte sich Enns zu einer Marktsiedlung, die ihre Bedeutung einer Karawane von Händlern und Transporteuren unter der Leitung von Regensburgern verdankte. Seit 1191 bestimmte deren Hansgraf zusammen mit Richtern aus Enns die Gebühren für die Schiffsladungen. Diese Regelung übernahm auch Leopold V., als er 1192 Herzog der Steiermark wurde und damit auch die Herrschaft über den Ennser Markt übernahm. In diesen Jahren entwickelte sich Wien rasch zur Residenz und führenden Handelsstadt an der Donau. Als erfahrene Amtleute im Zoll- und Münzwesen, die zum Teil aus der Ministerialität stammten, übernahmen herzogliche Dienstleute und Stadtbewohner allmählich die führende Rolle in der Nutzung der Gewinne aus dem europäischen Fernhandel auf der Donau. Um 1200 präsentierte sich Wien bereits als entwickelte Residenz. Schon im ersten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts standen dem Herrscher einflussreiche Berater zur Seite.
Abbildung: „Laxenburger Fenster“ in der Steyrer Stadtpfarrkirche mit Darstellung Leopolds VI. aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts (Foto: Christoph Waghubinger, Wikipedia Commons, Ausschnitt)
Zur Person
Klaus Lohrmann, 1976–1987 Archivar am Wiener Stadt- und Landesarchiv, 1988 Gründer des Instituts für Geschichte der Juden in Österreich und 16 Jahre dessen Direktor, 1991 Habilitation für Geschichte des Mittelalters, ab 2001 Ao. Univ.-Prof. am Institut für Österreichische Geschichtsforschung. Zuletzt Forschungsarbeiten zur Herrschaftsgeschichte bzw. Handels- und Verkehrsgeschichte mit ihren administrativen und sozialen Folgen.