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Vortrag: Handwerksgeschichtliche Archivalien als Quellen der Wiener Wirtschafts- und Migrationsgeschichte

Veranstaltung des Wiener Stadt- und Landesarchivs zum Themenschwerpunkt im Wien Geschichte Wiki „Urbane Ökonomie. Wiener Wirtschaftsleben, circa 1750-2000“ (in Kooperation mit dem Verein für Geschichte der Stadt Wien)

Vortragende: Ass.-Prof. PD Dr.in Annemarie Steidl (Universität Wien, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte)

Moderation: Univ.-Doz. Dr. Andreas Weigl

2. Oktober 2025, 18:00, Vortragssaal des Wiener Stadt- und Landesarchivs, Gasometer D, 11., Guglgasse 14 (4. Archivgeschoß; Zugang über Gasometer A und die Mall)


Das Zunftwesen in der Habsburgermonarchie muss als eine korporative Organisationsform einer neuzeitlichen Gesellschaft verstanden werden. Die große Masse der Gründungen von bürgerlichen Zünften in Wien fällt in das 17. und 18. Jahrhundert. Wien war im 18. Jahrhundert die mit Abstand größte Stadt des deutschsprachigen Raums und ein dominierendes Zentrum kleingewerblicher Produktion. Aufgrund dieser herausragenden wirtschaftlichen Stellung stand das Wiener Gewerbe im Zentrum der Aufmerksamkeit einer staatlichen Wirtschaftspolitik unter Maria Theresia und hinterließ einen überaus reichhaltigen Quellenbestand. Der Großteil dieser Quellen ist im Wiener Stadt- und Landesarchiv konzentriert. Der dort bewahrte Quellenbestand „Innungen“ reicht teilweise von den Anfängen der Zünfte bis 1859, in vielen Fällen – über die Bestände der in der Gewerberechtsreform von 1859 vorgeschriebenen Genossenschaften – bis in das frühe 20. Jahrhundert. In meinem Beitrag soll anhand ausgewählter Beispiele aus dem Wiener Stadt- und Landesarchiv der Versuch unternommen werden, die Überlieferungssituation und den Aussagewert dieses Quellenbestandes für Fragen der Wiener Wirtschafts- und Migrationsgeschichte nachzuzeichnen.

Zur Person

Ass.-Prof. PD Dr.in Annemarie Steidl, Studium der Geschichte an der Universität Wien (1991 Mag.a phil., 1999 Dr.in phil.), 2015: Habilitation, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien „On Many Roads. Internal, European, and Transatlantic Migration in the Habsburg Monarchy, 1850–1914“. Zahlreiche Auslandsaufenthalte (zuletzt 2024: Austrian Visiting Professor, University of Alberta, at Edmonton, CA), seit Juni 2015 Associate Professor am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Forschungsschwerpunkte: Europäische Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie Migrationsgeschichte von der Frühen Neuzeit bis ins 21. Jahrhundert mit Schwerpunkten auf transatlantischen Beziehungen, Geschichte des Handwerks, Geschlechtergeschichte und quantitativen Ansätzen in historischen Analysen.


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