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Vortrag: Von Wien nach Grado! Briefe aus Grado 1900–1912. Die Wiener Society zu Gast in der Welt von Emma und Josef Maria Auchentaller

Vortragende: Mag.a Christine Casapicola (Wien / Cormòns)

Moderation: Dr.in Susanne Claudine Pils

23. Juni 2022, 18:00, Vortragssaal des Wiener Stadt- und Landesarchivs (Gasometer D, 4. Archivgeschoß, 11., Guglgasse 14; Zugang über Gasometer A und die Mall)


Im letzten Vortrag des Sommersemesters präsentierte Mag.a Christine Casapicola ihr soeben in zweiter Auflage erschienenes Buch „Briefe aus Grado“, die Emma Auchentaller zwischen 1900 und 1912 nach Wien an ihre Eltern Hermine und Georg Adam Scheid schrieb.

Cover Emma Auchentaller "Briefe aus Grado"

Als Emma und Josef Maria Auchentaller 1900 wegen eines Kuraufenthalts mit ihrer kränkelnden Tochter Maria das erste Mal Grado besuchten, ahnten sie nicht, dass sie nur zwei Jahre später hier die Pension Fortino errichten würden.

Emma Auchentaller, geborene Scheid

Emma Auchentaller sah rasch das Potential des Fischerdorfes, in dem es zu dieser Zeit nur vier kleine Hotels gab, und konnte ihren Vater, den Schmuckfabrikanten Georg Adam Scheid, sowie zwei ihrer Brüder als Financiers für ihre Idee gewinnen. Bald war das auf den Grundmauern der alten napoleonischen Festung direkt am Wellenbrecher errichtete Fortino in aller Munde und Treffpunkt der Wiener Society, darunter Aristokraten, Politiker, Industrielle und nicht zuletzt Kollegen von Josef Maria Auchentaller wie Carl Moll und Otto Wagner.

Ab 1801 stand das napoleonische Fort an der Lagunenfront von Grado, ab 1903 die an seiner Stelle errichtete Pension Fortino (Foto: Susanne Claudine Pils)

Ab 1801 stand das napoleonische Fort an der Lagunenfront von Grado, ab 1903 die an seiner Stelle errichtete Pension Fortino (Foto: Susanne Claudine Pils)

In dieser Pionierzeit des Gradeser Fremdenverkehrs schrieb Emma über 500 Briefe an ihre Eltern nach Wien. Emmas Berichte fesseln wie ein Roman und öffnen ein Fenster mit einem völlig neuen Blick auf das Grado vor dem Ersten Weltkrieg. Die Briefe stellen somit ein Zeitzeugendokument aus einer männerdominierten Welt dar, in der sich die energiesprühende Emma Auchentaller energisch und geschickt bewegt, über Sturmfluten, ihre Hochs und Tiefs berichtet sowie unermüdlich Grado und die Welt von Gestern auf den Kopf stellt.

Josef Maria Auchentaller, Plakat Seebad Grado. Links seine Frau Emma, daneben ihre jüngere Schwester Martha Thonet (mit hellen Haaren)

Maßgeblichen Einfluss für den Aufstieg Grados zu einem der führenden Kur- und Touristenorte an der oberen Adria war das Auffinden einer Wasserquelle, auf die man am 1. April 1900 stieß. Von dieser Zeit an entwickelte sich Grado rasant. Emma Auchentaller spürte dabei immer weiteren Verbesserungsmöglichkeiten ihrer Pension nach. So erwarb sie die Laguneninsel Margo, um das Fortino mit eigenem, frischem Gemüse und Fischen versorgen zu können. Zudem ließ sie am Hafen in Grado die erste Dampfwäscherei errichtet, da sie mit der Tätigkeit der Gradeser Wäscherinnen nicht zufrieden war.

Ab 1801 stand das napoleonische Fort an der Lagunenfront von Grado, ab 1903 die an seiner Stelle errichtete Pension Fortino

Ihr hohes Maß an Perfektionismus forderten jedoch auch seinen Tribut. Einerseits kam die vielversprechende Karriere ihres Mannes Josef Maria Auchentaller, der Mitglied der Secession und in Wien ein gefragter Porträtmaler war und mehrere Ausstellungen gestaltet hatte, ins Stocken. Die Idee, dass sie nur die Sommer in Grado, die Winter aber in Wien verbringen würde, wo Josef Maria Auchentaller weiter malen und am Kunstgeschehen teilnehmen konnte, erwies sich bald als falsch. Der Aufbau der Pension erforderte Emmas ganze Aufmerksamkeit und so wurde die Zeit in Wien immer weniger. Andererseits erlitt Emma Auchentaller mehrmals ein Burnout und zog sich in diesen Phasen zeitweise wochenlang auf ihre Laguneninsel Morgo zurück, um sich zu erholen. Auch der Selbstmord ihrer Tochter Maria hinterließ Spuren beim Ehepaar Auchentaller. Gemeinsam meisterten sie jedoch diese Tiefpunkte ihres Lebens und führten das Fortino mit Unterbrechungen bis 1945 weiter.

Josef Maria Auchentaller, Logo Pension Fortino

Nachdem das Fortino am Ende des Krieges teilweise zerstört wurde und Emma Auchentaller 1945 gestorben war, entschlossen sich Josef Maria Auchentaller und sein Sohn Peter Auchentaller nach dem Krieg zum Verkauf der Pension.

Grabstelle von Emma und Josef Maria Auchentaller auf der Friedhofsinsel in Grado (Foto: Susanne Claudine Pils)

Die Übersiedlung in ihr neues Hotel in Südtirol sollte Josef Maria Auchentaller allerdings nicht mehr erleben. Er starb 1949 in der Nacht vor der Abreise aus Grado. Seine gepackten Kisten blieben bis zum Ruhestand seiner Enkelin Erika Auchentaller ungeöffnet. 2017 gab sie Christine Casapicola die Zustimmung zur Herausgabe dieser einzigartigen Briefe.

Das Fortina ist heute ein Apartmenthaus.

Die ehemalige Pension Fortino, August 2021 (Foto: Susanne Claudine Pils)

Weitere Informationen zum Buch und Bestellmöglichkeit: https://www.braitan.at/index.html bzw. https://www.braitan.at/briefe-aus-grado.html

Weitere Informationen zu den Familien Auchentaller, Scheid und Thonet: https://www.auchentaller-art.com/index-1.html

Der Vortrag wurde aufgezeichnet und kann auf unserem Youtube-Kanal angesehen werden: Vortrag: Von Wien nach Grado! Briefe aus Grado 1900–1912. Die Wiener Society zu Gast in der Welt von Emma und Josef Maria Auchentaller

Bericht: Susanne Claudine Pils

Zur Person

Christine Casapicola, geboren 1962 in Linz, Studium der Wirtschaftswissenschaften in Wien. Lebt und arbeitet in Wien mit einem Zweitwohnsitz in Friaul. Im Zentrum ihrer Bücher steht das ehemalige k.u.k. Küstenland und die Menschen von einst und jetzt, die das Land prägten und prägen. Bisher erschienen: Nächstes Jahr im Küstenland (2014), Irgendwann im Küstenland (2016), Briefe aus Grado (2017).


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